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080109

geschrieben von rocko zocko, am 8. Jänner 2009 um 00:00

das jahr 2002.
christoph begann in den letzten jahrendes öfteren sätze mit den worten "ich kann mich noch genau erinnern...",
bezogen auf meine erste teamsitzung im garten des triebwerks.auch ich erinnere mich noch sehr gut.
2002 war ein jahr wie kein anderes, was auf mehrere faktoren zurückzuführen war.

zu allererst steht der schritt in eine, mir elterlicherseits
tatsächlich in keiner form aufgezwungene höhere,
berufsbildende schulausbildung in den ashgrauen gemäuern
der handelsakademie wiener neustadt,ein ort, der an eiseskälte,
konzentrierter dekadenz und dem schlichtweg puren bösen,
größtenteils zurückzuführen auf den damals zugehörigen lehrkorpus,
kaum zu übertreffen ist.

mancheiner wittert demnach einen ausgezeichneten nährboden für
linken, subkulturellen kleinstadt-aktivismus.
nun, außer mir und einer handvoll stetiger weggefährten,
verfiel so mancher ehemaliger kollege, einer bürgerlichen zukunft
wohlgesonnen,dem blendenden schein betriebswirtschaftlicher aufstiegschancen.
besagte kollegen, sie waren bis dato nie mehr gesehen.

wie dem auch sei, die abneigung gegenüber
all dieser bürokaufmännischen unmenschlichkeit,
diese wirtschaftsinformatische emotionslosigkeit,
die buchhalterische triestheit, aber auch das erreichen
des 16. lebensjahrs, die knapp darauffolgend gewonnene
freiheit durch den zweirad-lappen,
erste musikalische gehversuche mit eingangs erwähnten
und mir bis zuletzt erhalten gebliebenen weggefährten,
sowie die begeisterung über den, trotz zahnregulierungstechnisch,
optisch erschwerten verlust meiner unschuld,
verprachen, dass dieses jahr 2002 ein besonderes werden sollte.
soviel war klar.

völlig unklar zeigte sich hingegen eine recht fundamentale problemstellung:
wohin mit all dem gefühl? all die wut, all die motivation, all die freude...
ich empfand sie als zu aufregend, um sie für mich zubehalten.
meine ersten besuche im triebwerk sollten mir noch im selben jahr
eine antwort auf diese frage geben.

triebwerk war laut, triebwerk war heiß -
damals gab es noch keine lüftung - , triebwerk war selbstbestimmung.
triebwerk war echt.
ich wusste sofort, dass dieses wohnzimmer am rande der stadt mehr
war als ein weiterer komplex zur gerngesehenen,
wochenend-orientierten rauschoptimierung.
das hier sollte mein wohnzimmer werden. meins und das einer/eines jeden,
die/der nach alternativen sucht.
zumindest diese suche sollte sein ziel verdienen.

ich entschloss mich dazu,
mich unters triebwerk-team zu mischen, da mir die wochenenden
allein als ablenkung vom alltag nicht ausreichten.
in etwa an dieser stelle kommt dieses kürzel ins spiel - cg.
cg alias tonvulgäro alias christoph "check die keks" gausch.

wie gesagt, über die letzten jahre begann er des öfteren sätze
mit den worten "ich kann mich noch genau erinnern...",
bezogen auf die erste teamsitzung
im garten des triebwerks.
und, wie gesagt, auch ich kann mich noch genau erinnern.

das ganze so kurz wie oberflächlich unspannend:
christoph suchte damals einen fixen lichttechniker und ich war dabei.
es war aufregend, es war neu, es bedeutete kontrolle! kontrolle
über 8 ganze scheinwerfer! ( zubeginn eigentlich 6, 2 waren ausgefallen).

doch viel bedeutender als das:
es war mir noch nie möglich, mich einer scheinbar
eingeschworenen gruppe dermaßen unkompliziert anzuschließen.
ungemein motivierend.
die jahre zogen einher, es gab open air veranstaltungen,
es gab gute bands es gab - völlig objektiv betrachtet - richtig miese bands.
wie auch immer, für mich machte es keinen unterschied.
es galt, das lichtmischpult zu bedienen wie kein zweiter.
8 scheinwerfer...was das schon ausrichtet könnte man denken.
für mich waren diese 8 scheinwerfer alles.
hier konnte ich mich beweisen und ich wusste, der tag wird kommen,
an dem ich von ihnen zurückbekomme, was ich an energie in sie hineingesteckt habe.

so kam es dann auch. oktober 2002. die deutschpunk band normahl im triebwerk.
und meine band als opening act mit dabei.
joker hatte mich damals an einem der damals regelmäßig stattfindenden
punkdonnerstage im pubst, ein lokal in der wr. neustädter wienerstraße gefragt,
ob ich nicht lust hätte, gemeinsam mit meinen leuten diese show
zu spielen. natürlich waren wir heiß drauf.
wir waren 3 provinzeier mit mäßiger instrumentenkenntnis und großen
sehnsüchten nach den bühnen dieser welt. nunja, zumindest mal dieser stadt.
das sollte unser abend werden.

triebwerk war laut, triebwerk war heiß - damals gab es noch keine lüftung -,
triebwerk war selbstbestimmung.
triebwerk war echt.
und wir waren ein teil davon. wahnsinn.

was somit ganz unspektakulär als, sozusagen "dienstverhältnis" begann -
der unterschied zu jedem anderen gängigen dienstverhältnis ist wohl der,
dass das schaffen im triebwerk zu erfüllend war um es als "dienst"
und zu konstant und innerlich anziehend
um es als ein stumpfes "verhältnis" zu bezeichnen.

und das war erst das erste jahr.
mittlerweile zähle ich mehr als 6 davon. und von abnützung keine spur.
von einseitigkeit nicht die rede.
einer für alle und warmes essen für bands.
oder
alle für einen und der letzte schließt die tür.
NIEMALS.


031108

geschrieben von cg, am 3. November 2008 um 12:20

reifenbaum

An einem wunderschönen Herbsttag - es muss ein Montag gewesen sein - stand ich mal wieder nachdenklich-rauchend im Triebwerkgarten. Gedanklich war ich gerade zwischen einem Mistkübelschloß für selbsternannte Könige, einer Abwasserkanal-Klanginstaltionen für Kleinnager und einer kopfinternen Diskussion zum Thema Käsleberkässemmel oder Crevettencocktail mit Kaisersemmel. Mein kopfinternes Multitasking wurde unerwartet von einem lauten Knall unterbrochen und als sich der Rauch verzogen hatte und ich wieder klar sehen konnte, sah ich aus einem blau-grün schimmernden Fahrzeug drei dickbäuchige, blau-grün schimmernde Gestalten aussteigen. Bevor ich noch realisieren konnte, was sich da vor meinen Augen zutrug, bewarfen sie mich mit alten Radreifen und unmißverständlichen Beschimpfungen in einer mir bekannten Sprache. Ich warf mich auf den Boden und grub mich eiligst, laut brüllend wie ein Bär, in die Erde ein. Dort traf ich auf meinen alten Freund Brian Molko, der in einer streng, religiösen Familie geboren war und Jahre lang, neben seinem Vater, einem amerikanischen Bankier und seiner Mutter,
einer streng gläubigen Christin aus Schottland, mit seinem um zehn Jahre älterer Bruder Barry zusammen gelebt hatte. Auf meine Frage, wie spät es sei, konnte er mir auch keine Antwort geben und so stieg ich gestärkt wieder aus dem Loch.
Von Kopf bis Fuß war ich mit Himbeer-Sojamilch überzogen, die mir Brian angeboten hatte, bevor er wie ein Irrer nach seiner Uhr suchte, um mich damit, wie er meinte, gegen die wüsten Beschimpfungen der Neuankömmlinge zu schützten. Man solle "die Hälfte trinken und die andere Hälfte möglichst gleichmäßig über den Körper verteilen" meinte er, nahm einen riesen Schluck aus dem Himbeer-Sojamilch-TetraPak, holte mit dem ganzen Körper aus und - ja - duschte mich mit der warmen Himbeer-Sojamilch. Ich war begeistert wie fein und gleichmäßig sich die Sojamilch über meine körperliche Hülle verteilte und einem brutalen Gegenschlag konnte nichts mehr im Wege stehen. Als mich die drei dickbäuchigen, blau-grün schimmernden Gestalten wieder entdeckten, griff ich sie sofort mit meiner gefürchteten Schreiattacke an: "Hu mat plakege Féiss bei der Krëppe gepuddelt a sech mam naasse Leem beklext a besuddelt." Die Metapher war ihnen natürlich geläufig, sie schätzten binnen Sekunden ihre Chancen ab und entschieden sich für den Rückzug. Noch aus dem Cockpit konnte ich die mir unmißverständlichen Beschimpfungen in einer mir bekannten Sprache wahrnehmen. So wie sie gekommen waren verließen sie den Schauplpatz auch wieder. Übrig blieben nur aberdutzende alte Radreifen - verteilt auf den gesamten Schlachthof. Ich hatte doch noch soviel zu tun und nun mußte ich diese Sauerrei wegräumen.
Keiner meiner Mitarbeiter und schon gar nicht die Geschäftsführung wollten mir glauben. Das sei alles "frei erfunden" und sie wüßten ja, dass ich "seit zwei Jahren keinen Crevettencocktail mehr esse würde", da mir beim letzten Genuß von Garnelen eine zwei Tage lang im Hals stecken geblieben war und ich daher leider nicht zur Arbeit kommen konnte. Und daher dürfe ich die Zeit die ich benötigte, die alten Radreifen zu entsorgen, auch keine Arbeitszeit schreiben. Eine "echte Frechheit" sei das, schrie ich unverblümt durch das ganze Büro, machte auf dem Absatz kehrt und überlegte noch kurz, ob ich dem noch eine Metapher hinzufügen sollte. Ich ließ es bleiben und schüttelte mir noch ein paar Reime in den Bart. Warum ich euch diese Geschichte erzähle? Ich weiß noch nicht wie ich den Reifen vom Baum bekomme - wer kann mir bitte helfen?


100908

geschrieben von joker, am 10. September 2008 um 11:15

tagesprogramm: kopfschmerzen.

Eingangstore und andere Absurditäten

Bei einer Radtour durch heimatliche Gefilde findet man immer wieder erstaunliche Dinge. Dinge, die man oft nicht versteht, wie etwa Taxifahrer die einem nicht die Vorfahrt nehmen oder Busfahrer, die nicht den gekennzeichneten Radweg in Beschlag nehmen. Aber auch so manches Eingangstor gibt Rätsel auf (siehe Foto)...


170608

geschrieben von bertl the turtle, am 17. Juni 2008 um 17:14

kuskus lost in oven

Das Kuskus-Experiment

Das triebwerk Team führte erfolgreich ein Experiment der besonderen Art durch. Der Test wurde in der beliebten triebwerk Küche durchgeführt. Wir wollten rausfinden wie lange "übrig-gebliebenes-Essen" unbemerkt dort herumstehen kann. Das Testobjekt war ein Topf Kuskus. Erschwerend kam hinzu, dass das Objekt nicht wie üblich im Kühlschrank versteckt war, sondern im Backrohr. Entdeckt wurde das Objekt ca. 2 Wochen später. Das Ergebnis erkennt man, wenn man aufs Bild klickt.
ps.: man sollte beim studieren des Testergebnisses keinen schlechten Magen haben.


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